Was ist Harnstoffphosphat 18-44-0?
Harnstoffphosphat 18-44-0 ist ein stickstoff- und phosphorhaltiger, vollständig wasserlöslicher Mehrnährstoffdünger in reiner, kristalliner Form. Dieser in der Türkei von İGSAŞ hergestellte Dünger ist eine wertvolle Option im Haselnussanbau, da er gleichzeitig den Stickstoff- und Phosphorbedarf decken kann und für Tropfbewässerungssysteme geeignet ist.
Die Zahlen in der Bezeichnung geben den Nährstoffgehalt an:
- 18 → 18 % Stickstoff (N) in Harnstoffform (NH₂-N)
- 44 → 44 % Phosphorpentoxid (P₂O₅) in wasserlöslicher Form
- 0 → Kein Kalium enthalten
Warum heißt es 'Harnstoffphosphat'?
Der Stickstoff in diesem Dünger liegt nicht als Ammonium, sondern in Harnstoffform vor. Diese Eigenschaft unterscheidet ihn vom klassischen DAP-Dünger (18-46-0). Der Harnstoffstickstoff wird im Boden zunächst in Ammonium und anschließend in Nitrat umgewandelt, bevor er von der Pflanze aufgenommen wird – dies gewährleistet eine längere Stickstoffversorgung.
Garantierte Inhaltsstoffe
| Nährstoff | Anteil | Erläuterung |
|---|---|---|
| Gesamtstickstoff (N) | 18 % | In Harnstoffform |
| Phosphor (P₂O₅) | 44 % | Neutral-ammoniumcitratlöslich und wasserlöslich |
| Wasserlösliches P₂O₅ | 44 % | Vollständig pflanzenverfügbar |
| Kalium (K₂O) | 0 % | Nicht enthalten |
Was ist der Unterschied zu DAP?
Harnstoffphosphat 18-44-0 sieht dem häufig damit verwechselten DAP (Diammoniumphosphat, 18-46-0) ähnlich, ist aber ein anderes Produkt.
| Eigenschaft | Harnstoffphosphat (18-44-0) | DAP (18-46-0) |
|---|---|---|
| Phosphorgehalt | 44 % P₂O₅ | 46 % P₂O₅ |
| Stickstoffform | Harnstoffstickstoff (NH₂-N) | Ammoniumstickstoff (NH₄-N) |
| Physikalische Form | Pulver / kristallin | Granulat |
| Wasserlöslichkeit | Vollständig löslich | Hoch (aber nicht vollständig) |
| Tropfbewässerung | Sehr gut geeignet | Nicht geeignet |
| Anwendungsweise | Fertigation, Blattdüngung, Bodendüngung | Grunddüngung (über den Boden) |
| Verpackung | 25 kg | 50 kg |
Welchen sollten Sie wählen?
Wenn Sie ein Tropfbewässerungssystem haben → Wählen Sie Harnstoffphosphat 18-44-0 (löst sich vollständig in Wasser). Bei herkömmlicher Bodendüngung → DAP 18-46-0 ist praktischer (Granulatform, leicht auszubringen). Beide Dünger decken den Phosphor- und Stickstoffbedarf; der Unterschied liegt in der Anwendungsmethode.
Vorteile für die Haselnuss
Beitrag des Phosphors
Phosphor ist ein essenzieller Makronährstoff für den Haselnussbaum:
- Wurzelentwicklung: Fördert ein kräftiges und ausgedehntes Wurzelsystem und verbessert so die Wasser- und Nährstoffaufnahme des Baumes
- Blüte und Fruchtansatz: Unterstützt die gesunde Bildung von Blütenknospen und die Befruchtung
- Energiestoffwechsel: Unverzichtbar für den Energietransfer in der Pflanze (ATP-Synthese)
- Fruchtqualität: Verbessert die Kernausbeute und den Füllungsgrad der Haselnüsse
- Frostresistenz: Stärkt die Widerstandsfähigkeit des Baumes in den Wintermonaten
Beitrag des Stickstoffs
- Blattentwicklung: Fördert das Wachstum der grünen Pflanzenmasse und erhöht die Photosyntheseleistung
- Triebwachstum: Unterstützt die Entwicklung neuer Äste und Triebe
- Proteinsynthese: Beeinflusst den Proteingehalt der Haselnussfrucht positiv
- Chlorophyllbildung: Erhält die gesunde grüne Farbe der Blätter
Besondere Vorteile von Harnstoffphosphat
- Doppelte Nährstoffwirkung: Mit einem einzigen Dünger wird der Stickstoff- und Phosphorbedarf teilweise gedeckt
- Vollständige Löslichkeit: Ideal für Tropfbewässerung und Fertigationssysteme
- Schnelle Wirkung: Durch die Wasserlöslichkeit erreicht der Dünger die Pflanze rasch
- Flexible Anwendung: Kann über den Boden, per Tropfbewässerung oder als Blattdüngung ausgebracht werden
- Wirtschaftlich: Zwei Nährstoffe mit einem Dünger, geringerer Arbeitsaufwand
Anwendungszeiträume bei der Haselnuss
| Zeitraum | Monat | Anwendungsart | Erläuterung |
|---|---|---|---|
| Winter-Grunddüngung | November – Februar | Über den Boden | Hauptanwendungszeit für den Phosphorbedarf |
| Frühjahrsdüngung | Ende Februar – März | Boden / Tropfbewässerung | Stickstoff- und Phosphorgabe während des Knospenschwellens |
| Vegetationsperiode | April – Juni | Tropfbewässerung (Fertigation) | Regelmäßige Versorgung während der Fruchtentwicklung |
Hinweis zum Zeitpunkt
Die Phosphordüngung bei Haselnüssen wird in der Regel alle 3 Jahre durchgeführt (basierend auf dem Bodenanalyseergebnis). Eine jährliche Phosphoranwendung verursacht unnötige Kosten und kann zu einer übermäßigen Phosphoranreicherung im Boden führen. Ermitteln Sie den tatsächlichen Bedarf Ihres Gartens anhand unseres Bodenanalyse-Leitfadens.
Anwendungsmethoden
Bodenapplikation
Schritte für die herkömmliche Anwendung:
- Graben Sie im Bereich der Kronentraufe der Haselnusssträucher 16–32 Löcher mit einer Tiefe von 15–25 cm
- Verteilen Sie die berechnete Düngermenge gleichmäßig auf die Löcher
- Verschließen Sie die Löcher mit Erde
Warum sollte der Dünger in den Boden eingearbeitet werden? Der Stickstoff im Harnstoffphosphat liegt in Harnstoffform vor. An der Bodenoberfläche verbleibender Harnstoffstickstoff verflüchtigt sich (als Ammoniakgas). Daher muss der Dünger unbedingt in eine Tiefe von 5–10 cm eingearbeitet werden.
Anwendung über Tropfbewässerung (Fertigation)
Der größte Vorteil von Harnstoffphosphat ist seine vollständige Wasserlöslichkeit. Es kann direkt dem Tropfbewässerungssystem zugesetzt werden:
- Geben Sie den Dünger langsam in das Bewässerungswasser
- Düngen Sie in der Mitte des Bewässerungsvorgangs (vorher und nachher mit klarem Wasser spülen)
- Während der Vegetationsperiode können alle 15–20 Tage regelmäßige Anwendungen durchgeführt werden
- Die Düngeeffizienz ist im Vergleich zur Bodenapplikation 20–30 % höher
Blattdüngung
Bei auftretenden Phosphormangelsymptomen kann als Sofortmaßnahme auch eine Blattapplikation erfolgen:
- Konzentration: Bereiten Sie eine wässrige Lösung von 1–2 % zu
- Zeitpunkt: Früh morgens oder abends (um Blattverbrennungen zu vermeiden)
- Achtung: Bei gleichzeitiger Anwendung mit Pflanzenschutzmitteln die Verträglichkeit prüfen
Dosierungsberechnung
Allgemeine Formel
Die Dosierungsberechnung sollte auf den Ergebnissen der Bodenanalyse basieren. Beispielrechnung:
Szenario: Die Bodenanalyse ergibt einen Bedarf von 8 kg reinem P₂O₅ pro Dekar (= 1.000 m²).
| Berechnungsschritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Düngermenge | 8 ÷ 0,44 | 18,2 kg/Dekar Harnstoffphosphat |
| Bereitgestellter Stickstoff | 18,2 × 0,18 | 3,3 kg reines N |
| Verbleibender Stickstoffbedarf | 20 − 3,3 | 16,7 kg reines N (mit separatem Dünger) |
Verbleibender Stickstoffbedarf
Die durch Harnstoffphosphat bereitgestellten 3,3 kg Stickstoff decken nur einen Teil des Jahresbedarfs des Haselnussbaums (20–24 kg/Dekar). Der verbleibende Stickstoffbedarf muss im März und Mai–Juni mit Harnstoff (46 % N) oder Ammoniumnitrat (33 % N) ergänzt werden. Einzelheiten finden Sie in unserem Düngeprogramm-Leitfaden.
Dosierungen nach unterschiedlichem Bedarf
| Bodenanalyseergebnis | Harnstoffphosphat pro Dekar | Bereitgestelltes P₂O₅ | Bereitgestelltes N |
|---|---|---|---|
| Phosphor sehr niedrig (< 3 ppm) | 20–25 kg | 8,8–11 kg | 3,6–4,5 kg |
| Phosphor niedrig (3–6 ppm) | 12–18 kg | 5,3–7,9 kg | 2,2–3,2 kg |
| Phosphor mittel (6–15 ppm) | 5–10 kg | 2,2–4,4 kg | 0,9–1,8 kg |
| Phosphor ausreichend (> 15 ppm) | Nicht erforderlich | — | — |
Symptome eines Phosphormangels
Wenn Sie in Ihrem Haselnussgarten die folgenden Anzeichen beobachten, könnte ein Phosphormangel vorliegen:
- Die Blätter verfärben sich von dunkelgrün zu violett
- Die Wurzelentwicklung schwächt sich ab und die Standfestigkeit des Baumes im Boden nimmt ab
- Die Blüte lässt nach und der Fruchtansatz sinkt
- Allgemeine Wachstumsverlangsamung, kümmerliche Triebe
- Die Kernausbeute der Haselnüsse sinkt
- Die Blätter fallen früher als gewöhnlich ab
Erkennen Sie Phosphormangel frühzeitig
Wenn die Symptome eines Phosphormangels sichtbar werden, hat der Baum bereits erhebliche Ertragseinbußen erlitten. Die beste Methode ist, den Mangel durch eine Bodenanalyse zu erkennen, bevor Symptome auftreten.
Wichtige Hinweise
Bodenanalyse ist unerlässlich
Lassen Sie unbedingt vor der Düngung eine Bodenanalyse durchführen. Unnötige Phosphordüngung:
- Verursacht wirtschaftliche Verluste
- Eine Phosphoranreicherung im Boden blockiert die Aufnahme von Mikronährstoffen (Zink, Eisen)
- Führt zu Umweltbelastungen (Phosphoreintrag in Gewässer)
Kalium muss separat zugeführt werden
Harnstoffphosphat 18-44-0 enthält kein Kalium. Der Kaliumbedarf des Haselnussbaums (wichtig für Fruchtqualität und Krankheitsresistenz) muss mit einem separaten Dünger gedeckt werden. Verwenden Sie bevorzugt Kaliumsulfat (50 % K₂O); Haselnüsse sind chloridempfindlich – vermeiden Sie die Verwendung von Kaliumchlorid.
pH-Kontrolle
Harnstoffphosphat hat eine leicht bodenversauernde Wirkung. Diese Eigenschaft:
- Ist auf alkalischen Böden (pH > 7) vorteilhaft – erhöht die Nährstoffverfügbarkeit
- Erfordert auf sauren Böden (pH < 5,5) Vorsicht – kann den Boden weiter versauern
- Informationen zur pH-Kontrolle finden Sie in unserem Bodenanalyse-Leitfaden
Lagerung
- Kühl und trocken, vor Feuchtigkeit geschützt aufbewahren
- Geöffnete Verpackungen fest verschließen (der Dünger ist hygroskopisch und verklumpt)
- Nicht mit anderen Düngern mischen
Fazit
Harnstoffphosphat 18-44-0 ist eine ideale Düngeroption, insbesondere für Haselnussgärten mit Tropfbewässerungssystem. Durch seine vollständige Wasserlöslichkeit, die gleichzeitige Bereitstellung von Stickstoff und Phosphor sowie die flexiblen Anwendungsmöglichkeiten kann dieser Dünger bei richtiger Dosierung und Terminierung den Haselnussertrag steigern.
Zusammenfassung:
- Wenn Sie ein Tropfbewässerungssystem haben, wählen Sie Harnstoffphosphat; andernfalls DAP
- Bestimmen Sie die Dosierung unbedingt anhand der Bodenanalyse
- Phosphordüngung wird in der Regel alle 3 Jahre durchgeführt
- Arbeiten Sie den Dünger in den Boden ein, lassen Sie ihn nicht an der Oberfläche
- Decken Sie den Kaliumbedarf mit einem separaten Dünger
- Ergänzen Sie den verbleibenden Stickstoffbedarf im März und Mai–Juni
Den vollständigen jährlichen Düngekalender finden Sie in unserem Düngeprogramm-Leitfaden. Informationen zu Bodenanalysemethoden finden Sie in unserem Bodenanalyse-Leitfaden.
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