Grüne Stinkwanze an Haselnuss (Palomena prasina): Symptome, Spritztermin und Schwelle
Schadlingsbekampfung

Grüne Stinkwanze an Haselnuss (Palomena prasina): Symptome, Spritztermin und Schwelle

Grüne Stinkwanze (Palomena prasina) und Marmorierte Baumwanze an Haselnuss: taube, geschwärzte und fleckige Kerne. Spritzung ab Mitte April, Schwelle 1 überwinterter Käfer je 10 Sträucher.

Was ist die Grüne Stinkwanze?

Die Grüne Stinkwanze (Palomena prasina) ist eine schildförmige Wanze aus der Familie der Baumwanzen (Pentatomidae) mit einer Länge von 11-14 mm. Sie ist an ihrem grünlich-braunen Körper und den roten Spitzen von Fühlern und Beinen zu erkennen. Der scharfe Geruch, den sie bei Störung absondert, hat der ganzen Gruppe ihren Namen gegeben.

Die Wanze frisst weder Blätter noch bohrt sie ins Holz. Was sie tut, ist saugen: Sie sticht ihren Rüssel in die sich entwickelnde Nuss und saugt den Inhalt aus. Von außen bleibt der Schaden meist unsichtbar — sichtbar wird er erst beim Aufknacken der Nuss. Deshalb entdecken Erzeuger den Schaden in der Regel erst nach der Ernte.

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Die häufigste Wanze im türkischen Haselnussanbau

Bei Zählungen im Raum Sakarya trat Palomena prasina als die Art mit der höchsten Schadensrate unter den Wanzen hervor und überschritt in sämtlichen untersuchten Haselnussgärten die Schadschwelle. Am Schwarzen Meer lautet die Antwort auf die Frage „Habe ich sie im Garten?“ mit hoher Wahrscheinlichkeit ja.

Schadsymptome: taube, geschwärzte und fleckige Kerne

Der Schaden hängt davon ab, wann gesaugt wurde. Es entstehen drei verschiedene Schadbilder, für die türkische Erzeuger jeweils einen eigenen Namen haben:

SaugzeitpunktErgebnisLokale Bezeichnung
Während sich die Nuss noch entwickelt (früh)Der Kern füllt sich gar nicht, die Nuss bleibt taubsarıkaramuk
Etwas späterDer Kern schwärzt, schrumpft und ist unbrauchbarkarakaramuk
Nachdem der Kern gefüllt ist (spät)Braune bis schwarze eingesunkene Flecken am Kernlekeli iç (fleckiger Kern)

Der fleckige Kern ist der tückischste der drei: Die Nuss sieht von außen völlig normal aus und verrät sich erst beim Knacken. Im Kernhandel führt diese Schadensart unmittelbar zu einem Preisabschlag.

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So bestätigen Sie den Schaden

Nehmen Sie von verdächtigen Sträuchern eine Handvoll Nüsse und knacken Sie sie auf. Taube Kerne, geschwärzte Kerne oder eingesunkene dunkle Flecken weisen auf Wanzensaugen hin. Suchen Sie kein Einbohrloch an der Schale — der Rüsselstich ist mit bloßem Auge nicht zu sehen.

Lebenszyklus

PhaseMonatWas geschieht
ÜberwinterungNovember – MärzDie Wanzen überwintern unter dem Falllaub, in der Bodendecke des Gartens und im Unkraut
ErscheinenEnde März – Anfang AprilDie überwinterten Wanzen treten auf und beginnen zu saugen
EiablageApril – MaiDas Weibchen legt die Eier in Gelegen an die Blattunterseite
LarvenMai – AugustDie Larven entwickeln sich; Wanzen und Larven saugen gemeinsam an den Nüssen
Neue GenerationAugust – OktoberDie neuen Wanzen ziehen sich in die Winterquartiere zurück

In einer Populationsstudie in Sakarya wurden Wanzen und Larven zwischen dem 30. April und dem 24. September nachgewiesen. Der Schädling ist also nahezu die ganze Saison über im Garten; entscheidend ist, an welchem Punkt eingegriffen wird.

Schadschwelle

Das Kriterium des Ministeriums besteht aus einem Satz und ist leicht anzuwenden:

Findet eine Zählung Mitte April 1 überwinterte Wanze auf 10 Sträuchern, ist eine chemische Bekämpfung angezeigt.

Die Schwelle mag niedrig erscheinen, doch die Logik dahinter lautet: Ein einziges überwintertes Weibchen ist die Quelle einer ganzen Larvenpopulation, die die Nüsse über die gesamte Saison schädigt. Ziel ist es, dieses Weibchen vor der Eiablage zu erwischen.

Bekämpfungsverfahren

1. Kulturmaßnahmen

Kulturmaßnahmen haben hier mehr Gewicht als bei den meisten anderen Schädlingen, denn das Winterquartier liegt im Garten selbst:

  • Gartenhygiene: Die Wanzen überwintern in der Falllaubschicht. Das Zusammentragen von Laub und Pflanzenresten nach der Ernte senkt die überwinternde Population unmittelbar
  • Unkrautmanagement: Untersuchungen zeigen, dass unterschiedliche Verfahren der Unkrautbekämpfung sowohl die Wanzenpopulation als auch die Schadensrate verändern. Ein vernachlässigter Gartenboden ernährt diesen Schädling
  • Gartenränder: Der Gebüsch- und Krautstreifen an der Gartengrenze dient sowohl als Winterquartier als auch als Wirtsfläche; er sollte nicht ungepflegt bleiben

2. Chemische Bekämpfung

Hier liegt die praktischste Eigenschaft dieses Schädlings: Er tritt im selben Zeitraum auf wie der Haselnussbohrer.

  • Zeitpunkt: ab Mitte April, sobald die Schwelle überschritten ist — bevor die überwinterten Wanzen ihre Eier ablegen
  • Kombination: Da sich die Auftretenszeiträume mit dem Haselnussbohrer (Curculio nucum) überschneiden, empfiehlt das Ministerium die Wahl eines Präparats, das gegen beide Schädlinge wirkt. In der Praxis spart das eine komplette Überfahrt
  • Benetzung: Da an der Nuss gesaugt wird, muss die Spritzung die Fruchtstände erreichen
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Vor Mittelwahl und Dosierung unbedingt beraten lassen

Auf dieser Seite werden bewusst weder Handelsnamen noch Aufwandmengen genannt. Zugelassene Präparate und Dosierungen unterscheiden sich nach Region, Schädling und Jahr. Wenden Sie ohne Rücksprache mit Ihrer Provinz- bzw. Kreisdirektion für Landwirtschaft und Forsten oder einem Agraringenieur kein Pflanzenschutzmittel an. Informieren Sie vor jeder Spritzung die Imker in der Umgebung.

3. Biologische Bekämpfung

Das Ministerium gibt an, bei der Wanzenbekämpfung der biologischen Bekämpfung Vorrang einzuräumen und chemische Mittel nur dort einzusetzen, wo die Populationsdichte die Schadschwelle überschreitet. Der Eiparasitoid Samuraiwespe (Trissolcus japonicus) wurde auf dieser Grundlage in Freilassungsprogramme aufgenommen. Das ist kein Verfahren, das ein einzelner Erzeuger allein anwendet, sondern ein regional geführtes Programm.

Grüne Stinkwanze oder Marmorierte Baumwanze?

Am Schwarzen Meer umfasst das Wort kokarca zwei verschiedene Arten, deren Programme sich unterscheiden:

Grüne Stinkwanze (diese Seite)Marmorierte Baumwanze
Lateinischer NamePalomena prasinaHalyomorpha halys
StatusEinheimisch, seit Langem bekanntInvasiv, in den letzten Jahren ausgebreitet
AussehenGrünlich-braun, rote Spitzen an Fühlern und BeinenBraun, weiße Bänder an den Fühlern
SpritzungMitte April (bei Schwellenüberschreitung), zusammen mit dem Bohrer3 Behandlungen bis Ende Juni
Zusätzliches FensterSeptember, nach der Ernte, zusammen mit der Triebmotte
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Die Marmorierte Baumwanze verlangt ein umfangreicheres Programm

Tritt in Ihrem Garten die Marmorierte Baumwanze auf, genügt eine einzelne Aprilspritzung nicht. Die Provinzdirektion Giresun hat bekannt gegeben, dass die Bekämpfung vor der Eiablage beginnen soll, sobald der Schädling gesichtet wird, mit 3 Behandlungen bis Ende Juni. Können Sie die beiden Arten nicht unterscheiden, bringen Sie ein Exemplar zu Ihrer Provinzdirektion — der Programmunterschied kostet die Ernte einer Saison.

Häufig gestellte Fragen

Wann wird gegen die Wanze gespritzt? Bei der Grünen Stinkwanze (Palomena prasina) ab Mitte April, sobald die Schwelle überschritten ist. Die Schwelle: 1 überwinterte Wanze auf 10 Sträuchern Mitte April. Bei der Marmorierten Baumwanze (Halyomorpha halys) ist das Programm umfangreicher — Beginn, sobald der Schädling auftritt, und 3 Behandlungen bis Ende Juni. Erfragen Sie die für Ihre Region gültigen Termine bei Ihrer Provinzdirektion für Landwirtschaft.

Kann ich das mit der Spritzung gegen den Haselnussbohrer verbinden? Bei der Grünen Stinkwanze ja — das Ministerium weist darauf hin, dass beide Schädlinge im selben Zeitraum auftreten und ein gegen beide wirksames Präparat gewählt werden sollte. Das spart eine Behandlung. Treffen Sie die Produktwahl mit einem Agraringenieur; nicht jedes zugelassene Mittel deckt beide Schädlinge ab. Siehe unseren Ratgeber zum Haselnussbohrer.

Meine Nüsse waren taub — liegt das an der Wanze? Möglich. Frühes Saugen führt dazu, dass sich der Kern gar nicht füllt. Taube Nüsse haben jedoch auch andere Ursachen: mangelhafte Bestäubung, Nährstoffmangel und Frost. Zur Abgrenzung achten Sie in den aufgeknackten Nüssen zusätzlich auf geschwärzte Kerne und eingesunkene dunkle Flecken; diese sind für Wanzensaugen spezifischer.

Kann ich auch ohne Spritzung etwas ausrichten? Teilweise. Da der Schädling in der Falllaubschicht im Garten überwintert, senken Gartenhygiene nach der Ernte und Unkrautmanagement die überwinternde Population unmittelbar. In Gärten unterhalb der Schwelle können diese Maßnahmen ausreichen, bei starkem Befall genügen sie allein jedoch nicht.

Kann ich den Schaden vor der Ernte erkennen? In der Regel nicht. Der Saugstich ist mit bloßem Auge unsichtbar und die Nuss sieht von außen normal aus. Die einzige verlässliche Methode ist, während der Saison stichprobenartig Nüsse zu sammeln und aufzuknacken.


Dieser Ratgeber stützt sich auf Daten des Haselnuss-Forschungsinstituts des türkischen Landwirtschafts- und Forstministeriums sowie auf Bekämpfungsbekanntmachungen der Provinzdirektion für Landwirtschaft und Forsten Giresun. Treffen Sie Spritzentscheidungen stets in Absprache mit einem Agraringenieur.

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