Kommaschildlaus an Haselnuss (Lepidosaphes ulmi): Symptome und Spritztermin
Schadlingsbekampfung

Kommaschildlaus an Haselnuss (Lepidosaphes ulmi): Symptome und Spritztermin

Kommaschildlaus: dunkelbraune komma- oder muschelförmige Schilde am Zweig. Zwei Spritzoptionen — Winteröl im Februar/März oder Sommerspritzung im Mai. Schwelle: 5 eitragende Tiere je 10 cm Zweig.

Was ist die Kommaschildlaus?

Die Kommaschildlaus (Lepidosaphes ulmi) verdankt ihren Namen der Form ihres Schildes: Das Schild des adulten Weibchens ist komma- oder muschelförmig, dunkelbraun und 2,3-3,0 mm lang.

Diese kleinen dunklen Kommas, die sich an einem Zweig aufreihen, werden meist für einen Teil der Rinde gehalten. Tatsächlich ist jedes einzelne ein Weibchen, unter dem seine Eier liegen.

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Unterschied zur Napfschildlaus

Die Haselnuss hat zwei gepanzerte Schädlinge, die verwechselt werden:

  • Kommaschildlaus (diese Seite): Das Schild ist komma-/muschelförmig, schmal und länglich, dunkelbraun. Sie überwintert als Ei
  • Napfschildlaus: Das Schild ist halbkugelig, gewölbt. Sie überwintert als Larve und scheidet Honigtau aus, was zu Rußtau führt

In einem Garten mit rußartig geschwärzten Blättern ist der gesuchte Schädling die Napfschildlaus; Rußtau ist für die Kommaschildlaus nicht typisch.

Schadsymptome

  • Aufgereihte dunkle Kommas am Zweig: das deutlichste Anzeichen. Die Schilde haften fest auf der Zweigoberfläche
  • Kraftverlust: Die Pflanze schwächt sich, weil ihr Saft entzogen wird
  • Absterben bei starkem Befall: Mit steigender Population beginnen Zweige abzusterben
  • Nervenbrüche und Wuchsstörungen: Dort, wo die Eier entlang der Nerven abgelegt werden, wird das Gewebe geschädigt
  • Einrisse am Blatt: Von den Larven angelegte Minen schwächen das Blattgewebe

Lebenszyklus

In der Schwarzmeerregion bildet sie eine Generation im Jahr.

PhaseMonatWas geschieht
ÜberwinterungNovember – AprilÜberwintert als Ei unter dem Schild des adulten Weibchens
EischlupfAnfang MaiDie Eier schlüpfen, bewegliche Junglarven verteilen sich über Zweige und Blätter
LarvenstadienMai – JuniSie durchläuft zwei Larvenstadien
Adulte TiereJuliDie adulten Weibchen erscheinen und bilden ihre Schilde
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Die Logik der Bekämpfung: Das Schild ist ein Panzer

Auch hier ist, wie bei der Napfschildlaus, das Schild ein Panzer. Weder das adulte Weibchen noch die Eier unter seinem Schild werden von einem Spritzmittel erreicht. Die Bekämpfung setzt deshalb an einem von zwei Punkten an: entweder während die Eier unter dem Schild überwintern (Ersticken mit Winteröl) oder wenn die Junglarven ins Freie kommen (Mai).

Schadschwelle

Trägt ein 10 cm langer Zweigabschnitt durchschnittlich 5 Tiere mit lebenden Eiern, ist eine Spritzung angezeigt.

Heben Sie beim Zählen das Schild an und prüfen Sie, ob darunter lebende Eier liegen; leere Schilde zählen nicht mit.

Bekämpfungsverfahren

1. Mechanische Bekämpfung

Befallene Zweige sollten herausgeschnitten werden. Das Wegschneiden stark verkrusteter Zweige senkt die Population unmittelbar und macht eine Spritzung häufig ganz überflüssig. Da der Schnitt ohnehin ansteht, verursacht diese Maßnahme keine Zusatzkosten. Siehe unseren Schnittratgeber.

2. Chemische Bekämpfung: zwei Optionen

Die Kommaschildlaus hat zwei getrennte Spritzfenster, und eines davon zu wählen genügt.

OptionZeitpunktVerfahren
A — WinterbehandlungFebruar – März, vor dem KnospenaustriebMit Winterölen
B — SommerbehandlungMai, wenn 70-80 % der Junglarven geschlüpft sindSommerspritzung
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Warum die Winteröl-Option wertvoll ist

Winteröle wirken, indem sie die Eier unter dem Schild ersticken; sie arbeiten anders als Insektizide, die auf das Nervensystem zielen. Da sie vor dem Knospenaustrieb ausgebracht werden, hat die Bienenaktivität noch nicht eingesetzt, und der Druck auf Nützlinge bleibt gering. Steht in Ihrem Garten ohnehin eine Arbeit im Februar/März an, ist es praktisch, diese Behandlung damit zusammenzulegen.

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Vor Mittelwahl und Dosierung unbedingt beraten lassen

Auf dieser Seite werden bewusst weder Handelsnamen noch Aufwandmengen genannt. Bei Winterölen sind Anwendungstemperatur und Zeitpunkt entscheidend; zum falschen Zeitpunkt ausgebrachtes Öl kann Knospenschäden verursachen. Führen Sie ohne Rücksprache mit Ihrer Provinz- bzw. Kreisdirektion für Landwirtschaft und Forsten oder einem Agraringenieur keine Anwendung durch.

Häufig gestellte Fragen

Wann wird gegen die Kommaschildlaus gespritzt? Es gibt zwei Optionen: mit Winteröl im Februar/März, vor dem Knospenaustrieb, oder mit einer Sommerspritzung im Mai, sobald 70-80 % der Junglarven geschlüpft sind. Eine der beiden durchzuführen genügt.

Was sind die dunklen Kommas an meinen Zweigen? Komma- oder muschelförmige, an der Zweigoberfläche haftende Schilde von 2-3 mm Länge und dunkelbrauner Farbe sind Kommaschildläuse. Ist das Schild halbkugelig/gewölbt, suchen Sie die Napfschildlaus.

Meine Blätter sind geschwärzt — liegt das daran? Vermutlich nicht. Rußartig geschwärzte Blätter (Rußtau) treten bei Schädlingen auf, die Honigtau ausscheiden, und bei Haselnuss ist die typische Ursache die Napfschildlaus. Bei der Kommaschildlaus ist dieses Bild nicht zu erwarten.

Genügt der Schnitt allein? Häufig ja. Das Herausschneiden befallener Zweige nennt das Ministerium als erstes Bekämpfungsverfahren. Wird die Schwelle — 5 eitragende Tiere je 10 cm Zweig — nicht überschritten, ist eine Spritzung womöglich gar nicht nötig.

Winteröl oder Sommerspritzung — was ist besser? Beides ist anerkannt. Winteröl belastet Bienen und Nützlinge weniger und fällt in dieselbe Zeit wie der Schnitt. Die Sommerspritzung ist die zweite Chance für alle, die die Winterbehandlung verpasst haben. Treffen Sie die Wahl mit einem Agraringenieur, passend zu Ihrem Gartenprogramm.


Dieser Ratgeber stützt sich auf Daten des Haselnuss-Forschungsinstituts des türkischen Landwirtschafts- und Forstministeriums. Treffen Sie Spritzentscheidungen stets in Absprache mit einem Agraringenieur.

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