Was ist der Maikäfer?
Der Maikäfer (Melolontha melolontha) ist ein großer, laut fliegender Käfer von 20-30 mm Länge und rotbrauner Färbung. Er kommt im April und Mai aus dem Boden und frisst an Blättern und Blüten.
Die eigentliche Gefahr im Haselnussgarten ist jedoch nicht der auffällige Käfer, sondern sein Engerling unter der Erde: eine weiße, gekrümmte, plumpe Larve.
Der Schaden liegt unter der Erde, das Symptom darüber
Gefährlich am Maikäfer ist in der Haselnuss, dass der Schaden dort entsteht, wo man ihn nicht sieht. Die Engerlinge kappen die Wurzeln; sichtbar wird zuerst das Absterben der Triebspitzen, dann ein Absterben bis in die Hauptäste. Die meisten Erzeuger halten dieses Bild für Trockenheit, Frost oder eine Wurzelkrankheit. Eine Fehldiagnose bedeutet, dass die Engerlinge jahrelang weiterfressen.
Schadsymptome
- Absterbende Triebspitzen: die erste Stufe. Mit zunehmendem Wurzelverlust trocknen die Triebspitzen ein
- Absterben bis in die Hauptäste: im fortgeschrittenen Stadium greift das Absterben auf die Äste über, der Strauch geht sichtbar zurück
- Allgemeiner Kraftverlust: eine Schwächung, die auf Bewässerung und Düngung nicht anspricht
- Käferschaden (nachrangig): Die Käfer fressen im April und Mai an den Blättern, was neben dem Engerlingschaden jedoch unerheblich ist
Diagnose: den Boden öffnen
Öffnen Sie rund um die Sträucher mit Absterbeerscheinungen den Boden bis in 25 cm Tiefe. Kommen weiße, gekrümmte, plumpe Engerlinge zum Vorschein, ist die Diagnose gesichert. Das ist die einzige verlässliche Möglichkeit, den Maikäfer von Wurzelfäule und Trockenheit zu unterscheiden — oberirdisch sehen alle drei ähnlich aus. Zur Wurzelfäule siehe unseren eigenen Ratgeber.
Lebenszyklus: eine Generation in drei Jahren
Der Maikäfer ist unter den Haselnussschädlingen einzigartig: Eine Generation benötigt drei Jahre. Das verändert auch die Logik der Bekämpfung.
| Phase | Was geschieht |
|---|---|
| April – Mai | Die Käfer kommen aus dem Boden, fressen an Blättern und Blüten und paaren sich |
| Eiablage | Das Weibchen legt die Eier 15-25 cm tief im Boden, in Gruppen von 25-30 ab |
| Über drei Jahre | Die Engerlinge entwickeln sich im Boden und richten durch Wurzelfraß den eigentlichen Schaden an |
| Überwinterung | Engerlinge und Puppen überwintern im Boden; die Käfer bleiben bis zum folgenden Frühjahr in ihrer Erdhöhle |
Wo legt das Weibchen ab? — der Schlüssel zur Kulturmaßnahme
Die Angabe des Ministeriums ist eindeutig: Die Weibchen legen ihre Eier in Gärten ab, die 2-3 Jahre nicht bearbeitet wurden und leicht verkrautet sind. Vernachlässigte Gärten mit lange unbearbeitetem Boden laden diesen Schädling also geradezu ein. Regelmäßige Bodenbearbeitung ist die günstigste und dauerhafteste Maßnahme gegen den Maikäfer.
Schadschwelle
Werden auf einem Quadratmeter in 25 cm Tiefe 3 oder mehr Engerlinge gefunden, ist eine Bodenbehandlung durchzuführen.
Führen Sie die Zählung an mehreren Stellen rund um die Sträucher mit Absterbeerscheinungen durch.
Bekämpfungsverfahren
1. Kulturmaßnahmen
- Regelmäßige Bodenbearbeitung: Das Weibchen bevorzugt lange unbearbeiteten, verkrauteten Boden. Regelmäßiges Bearbeiten hält von der Eiablage ab und bringt vorhandene Engerlinge an die Oberfläche
- Unkrautmanagement: Die Formulierung „leicht verkrautet“ beschreibt unmittelbar eine Ablagepräferenz; die Pflege des Gartenbodens wirkt hier für sich genommen schützend
2. Chemische Bekämpfung: Bodenbehandlung
Der Maikäfer ist der einzige Haselnussschädling, der über den Boden behandelt wird. Ziel ist nicht der Käfer am Blatt, sondern der Engerling an der Wurzel.
- Zeitpunkt: von Anfang September bis Mitte Oktober
- Ausbringung: Nach der Anwendung muss der Boden auf 20 cm Tiefe eingemischt werden — was an der Oberfläche bleibt, erreicht den Engerling an der Wurzel nie
- Voraussetzung: Ohne Schwellenzählung wird eine Bodenbehandlung nicht empfohlen; sie ist ein kostspieliger Eingriff
Vor Mittelwahl und Dosierung unbedingt beraten lassen
Auf dieser Seite werden bewusst weder Handelsnamen noch Aufwandmengen genannt. Mittel zur Bodenbehandlung unterscheiden sich von Blattbehandlungsmitteln, und ihr Zulassungsstatus ändert sich von Jahr zu Jahr. Führen Sie ohne Rücksprache mit Ihrer Provinz- bzw. Kreisdirektion für Landwirtschaft und Forsten oder einem Agraringenieur keine Anwendung durch.
Häufig gestellte Fragen
Wann wird gegen den Maikäfer behandelt? Von Anfang September bis Mitte Oktober, ausgebracht auf den Boden. Das anschließende Einmischen auf 20 cm Tiefe ist zwingend. Schwelle: 3 oder mehr Engerlinge je m² in 25 cm Tiefe.
Meine Sträucher sterben ab — Maikäfer oder Wurzelfäule? Die oberirdischen Symptome ähneln sich. Unterschieden wird durch Öffnen des Bodens: Kommen weiße, gekrümmte, plumpe Engerlinge zum Vorschein, ist es der Maikäfer. Fehlen Engerlinge und ist das Wurzelgewebe faul mit leicht ablösbarer Rinde, kommt Wurzelfäule in Frage.
Warum ist nicht jedes Jahr eine Behandlung nötig? Weil eine Generation drei Jahre dauert. Die Engerlingdichte im Garten ist nicht jedes Jahr gleich. Die Entscheidung muss deshalb über die Zählung getroffen werden, nicht über den Kalender.
Lohnt es sich, die Käfer abzusammeln? Es leistet einen geringen Beitrag, löst das Problem aber nicht. Die eigentliche Population sitzt im Boden, und von dort kommt der Schaden. Investieren Sie Ihre Mühe lieber in regelmäßige Bodenbearbeitung und die Schwellenzählung.
Ist er im jungen Garten gefährlicher? Ja. Bei jungen Sträuchern mit noch begrenztem Wurzelsystem richtet dieselbe Engerlingzahl anteilig weit größeren Schaden an. In neu angelegten Gärten lohnt sich eine Bodenkontrolle vor der Pflanzung.
Dieser Ratgeber stützt sich auf Daten des Haselnuss-Forschungsinstituts des türkischen Landwirtschafts- und Forstministeriums. Treffen Sie Behandlungsentscheidungen stets in Absprache mit einem Agraringenieur.
📚Quellen
- Türkisches Landwirtschafts- und Forstministerium - Haselnuss-Forschungsinstitut, Haselnussschädlinge
- Türkisches Landwirtschafts- und Forstministerium - TAGEM, Standard-Prüfmethoden für Pflanzenschutzmittel gegen Haselnussschädlinge
- Bild: Melolontha melolontha — Holger Krisp, CC BY 3.0 (verkleinert, in WebP konvertiert)
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