Was ist Harnstoff (46-0-0)?
Harnstoff ist ein weißer, geruchloser Stickstoffdünger mit der chemischen Formel CO(NH₂)₂, der als Granulat oder Prill (kleine runde Körner) angeboten wird. In der Düngerkennzeichnung steht er als 46-0-0: Er enthält 46 % Stickstoff (N) und weder Phosphor noch Kalium.
Mit 46 % ist er der konzentrierteste feste Stickstoffdünger auf dem Markt. Genau diese Eigenschaft erklärt seine Beliebtheit in Haselnussgärten: Für dieselbe Menge Reinstickstoff müssen deutlich weniger Säcke transportiert, gelagert und ausgebracht werden als bei jeder Alternative.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Formel | CO(NH₂)₂ (46-0-0) |
| Stickstoff (N) | 46 % |
| Stickstoffform | Amidstickstoff (NH₂-N) |
| Phosphor / Kalium | Nicht enthalten |
| Löslichkeit | Sehr hoch (löst sich auch in kaltem Wasser rasch) |
| Physikalische Form | Weißes Granulat / Prill |
| Wirkung auf den Boden-pH | Nach der Hydrolyse versauernd |
| Größte Schwäche | Ammoniakverflüchtigung bei Ausbringung auf die Oberfläche |
Harnstoff und Harnstoffphosphat sind nicht dasselbe
In diesem Beitrag geht es um reinen Harnstoff (46-0-0). Im Handel gibt es außerdem Harnstoffphosphat (18-44-0) — einen vollständig wasserlöslichen Mehrnährstoffdünger mit 18 % Stickstoff und 44 % Phosphor, der in erster Linie als Phosphorquelle dient. Die ähnlichen Namen führen häufig zu Verwechslungen. Zu diesem Produkt siehe unseren Ratgeber Harnstoffphosphat 18-44-0.
Warum wird er so häufig eingesetzt?
- Niedrigste Kosten je Einheit Stickstoff. Dünger sollten nicht nach dem Sackpreis, sondern nach dem enthaltenen Reinstickstoff verglichen werden. Ein Sack Harnstoff enthält mehr als doppelt so viel Stickstoff wie dieselbe Menge Ammoniumsulfat; in der Rechnung „Kosten je Kilogramm Reinstickstoff“ ist Harnstoff meist die günstigste Wahl.
- Vorteile bei Transport und Lagerung. Für 20 kg Reinstickstoff genügen rund 43 kg Harnstoff, während dieselbe Stickstoffmenge 95 kg Ammoniumsulfat erfordert. In steilen, straßenfernen Gärten bemisst sich dieser Unterschied in getragenen Säcken.
- Hohe Löslichkeit. Er löst sich selbst in kaltem Wasser schnell und eignet sich damit sowohl für die Boden- als auch für die Blattanwendung.
Was geschieht mit Harnstoff im Boden? Das Enzym Urease und die Umwandlungskette
Der Stickstoff im Harnstoff liegt nicht in einer für die Pflanze direkt verfügbaren Form vor. Wurzeln nehmen Stickstoff vor allem als Ammonium (NH₄⁺) und Nitrat (NO₃⁻) auf. Der Weg dorthin verläuft in drei Schritten:
- Amid → Ammonium (Hydrolyse). Das im Boden und in Pflanzenresten reichlich vorhandene Enzym Urease spaltet Harnstoff in Ammonium, Kohlendioxid und Ammoniak (NH₃) auf. In warmem, feuchtem Boden ist dieser Schritt oft innerhalb von 1–3 Tagen abgeschlossen.
- Ammonium wird festgehalten. Ammonium ist positiv geladen, bindet an Bodenkolloide (Ton und organische Substanz) und ist gegenüber Auswaschung vergleichsweise stabil.
- Ammonium → Nitrat (Nitrifikation). Bodenbakterien wandeln Ammonium in Nitrat um. Nitrat wird am schnellsten aufgenommen, ist aber negativ geladen und bindet nicht an den Boden — im niederschlagsreichen Schwarzmeerklima kann es unter die Wurzelzone ausgewaschen werden.
Das entscheidende Detail der Hydrolyse
Während der Hydrolyse steigt der pH-Wert des Bodens unmittelbar rund um das Düngerkorn vorübergehend an und kann über 8 liegen. Die Aussage „mein Boden ist sauer, bei mir verflüchtigt sich nichts“ ist deshalb irreführend: Ausschlaggebend ist dieses Mikromilieu von wenigen Millimetern um das Korn. Die sauren Böden der Schwarzmeerregion verringern das Risiko, heben es aber nicht auf.
Der Kern der Sache: Stickstoffverlust durch Ammoniakverflüchtigung
Der Preisvorteil von Harnstoff verliert seinen Sinn, sobald der Dünger falsch ausgebracht wird. Ein Teil des bei der Hydrolyse freigesetzten Stickstoffs geht in Ammoniakgas (NH₃) über. Liegt das Korn offen auf der Bodenoberfläche, entweicht dieses Gas direkt in die Atmosphäre — Stickstoff, den Sie bezahlt haben, erreicht den Baum nie.
Die von Manitoba Agriculture zusammengestellten Forschungsergebnisse zu oberflächlich ausgebrachtem Harnstoff zeigen die Größenordnung:
| Bedingung | Ammoniakverlust in 5–7 Tagen |
|---|---|
| 15 °C, Harnstoff auf der Oberfläche | Unter 7 % |
| 25 °C, Harnstoff auf der Oberfläche | 38–46 % |
| 30 °C, mit Pflanzenresten bedeckte Oberfläche (ohne Bodenbearbeitung) | Bis zu 88 % |
| 30 °C, Harnstoff mit Ureasehemmer (NBPT) | 12 % |
Dieselbe Übersicht hält fest, dass sich die Verluste bei vier Tage auf der Oberfläche liegendem Harnstoff von 10 % auf 20 % verdoppeln, wenn der Boden-pH von 6,5 auf 7,5 steigt.
Bedingungen, die den Verlust erhöhen
- Hohe Temperatur — bei 25–30 °C fallen die Verluste um ein Vielfaches höher aus als bei 15 °C. Für die Anwendung Ende Mai/Juni ist dieses Risiko real.
- Hoher Boden-pH — auf gekalkten oder kürzlich gekalkten Parzellen steigt der Verlust deutlich.
- Trockene oder rasch abtrocknende Oberfläche — der schlimmste Fall: Die Oberfläche wird von Tau oder leichtem Regen befeuchtet und trocknet in der Sonne wieder ab. Der Harnstoff löst sich, die Hydrolyse beginnt, doch es fehlt das Wasser, das ihn in den Boden trägt.
- Pflanzenreste und Laubdecke — die Laub- und Krautschicht unter den Haselnussstöcken ist sehr ureasereich und verhindert den Kontakt des Korns mit dem Boden. Auf diese Schicht gestreuter Harnstoff trägt das höchste Verlustrisiko überhaupt.
- Wind — er führt das Ammoniak fortlaufend von der Oberfläche ab, sodass die Verflüchtigung nicht abklingt.
- Gleichzeitige Kalkung — Kalk hebt den Oberflächen-pH und erhöht damit den Verlust.
So verringern Sie den Verlust
✓ Damit der Harnstoffstickstoff nicht in die Luft geht
- ✓ Den Dünger 5–10 cm tief in den Boden einarbeiten — für sich genommen die wirksamste Maßnahme
- ✓ Vor dem Streuen die Laub- und Krautschicht unter dem Stock zurückziehen, damit die Körner Bodenkontakt haben
- ✓ Vor angekündigtem Regen ausbringen; schon wenige Millimeter Niederschlag tragen den Harnstoff in den Boden
- ✓ Wenn eine Bewässerung möglich ist, unmittelbar nach der Ausbringung wässern
- ✓ Nicht in den heißen, trockenen und windigen Mittagsstunden streuen — kühler Morgen oder später Nachmittag sind besser
- ✓ Zwischen Kalkung und Stickstoffdüngung mindestens einen Monat Abstand lassen
- ✓ Auf sehr steilen Parzellen ohne Einarbeitungsmöglichkeit Produkte mit Ureasehemmer prüfen
Was ist ein Ureasehemmer? Ein Hüllzusatz (am häufigsten NBPT), der die Ureaseaktivität des Bodens vorübergehend unterdrückt. Er verzögert die Hydrolyse um einige Tage; fällt in diesem Zeitfenster Regen, gelangt der Harnstoff in den Boden und es entsteht kein Verlust. Wie die Tabelle oben zeigt, sanken die Verluste bei 30 °C von 88 % auf 12 %. Auf steilen Flächen ohne Einarbeitungsmöglichkeit können die Mehrkosten sinnvoll sein; wo eingearbeitet werden kann, ist der Zusatz überflüssig.
Wann wird er bei Haselnüssen ausgebracht?
Die Anbauempfehlung des Haselnuss-Forschungsinstituts sieht vor, den Stickstoffdünger nicht auf einmal, sondern in zwei Teilgaben auszubringen:
| Gabe | Zeitpunkt | Anteil | Phänologisches Stadium |
|---|---|---|---|
| 1. Gabe | Ende Februar – Anfang März | Hälfte der empfohlenen Menge | Knospenschwellen, vor dem Austrieb |
| 2. Gabe | Ende Mai – Anfang Juni | Verbleibende Hälfte | Fruchtentwicklung, vor der Kernfüllung |
Bei geteilter Gabe steht der Stickstoff genau dann zur Verfügung, wenn die Pflanze ihn braucht, statt vorher auszuwaschen; zugleich verteilt sich das Salz- und Verflüchtigungsrisiko einer einzelnen hohen Gabe. Auch die Provinzdirektion für Landwirtschaft und Forsten Giresun betont, dass die Aufteilung des Stickstoffdüngers auf zwei Gaben für Pflanzenentwicklung und Fruchtqualität wichtig ist.
Nach Juli kein Stickstoff mehr
Später Stickstoff verlängert das Triebwachstum; der Baum geht unverholzt in den Winter und ist Frostschäden schutzlos ausgeliefert. Weiches Blattgewebe begünstigt außerdem Krankheiten wie den Echten Mehltau. Das vollständige Jahresprogramm finden Sie in unserem Ratgeber Haselnuss-Düngungsprogramm, zum Frostrisiko siehe Frostschutz im Obstbau.
Wie wird er ausgebracht?
Das Haselnuss-Forschungsinstitut beschreibt die Ausbringung wie folgt:
- Der Dünger wird gleichmäßig in ein 30–40 cm breites, ringförmiges Band in der Traufzone der Stocktriebe gestreut. Nicht an den Stamm schütten — die aufnehmenden Feinwurzeln konzentrieren sich unter dem Kronenrand.
- Der gestreute Dünger wird mit der Hacke 5–10 cm tief in den Boden eingearbeitet. Dieser Schritt ist nicht optional; er rettet die Wirtschaftlichkeit des Harnstoffs.
- In Hanglagen sind die Haselnusswurzeln ungleich verteilt. Die Empfehlung des Instituts: Der Dünger soll seitlich des Stocks am reichlichsten, hangabwärts teilweise und hangaufwärts am geringsten ausgebracht werden. Oberhalb des Stocks aufgehäufter Dünger wird beim ersten Starkregen abgeschwemmt.
Blattdüngung mit Harnstoff
Harnstoff gehört zu den wenigen Stickstoffquellen, die auch über das Blatt aufgenommen werden. In einer 2018–2019 an der Universität Ordu an der Sorte Çakıldak durchgeführten und in der Zeitschrift für Wissenschaft und Technologie der Universität Ordu veröffentlichten Studie wurden steigende Harnstoffkonzentrationen (0 %, 0,125 %, 0,25 %, 0,50 %) über das Blatt appliziert. Die Ergebnisse:
- Die Behandlung mit 0,25 % Harnstoff hob die Gesamtstickstoffkonzentration im Blatt von 1,58 % auf 2,01 % (rund 27 % Zunahme).
- Die Kaliumkonzentration im Blatt stieg von 0,40 % auf 0,80 %.
- Mit drei Applikationen von 0,25 % Harnstoff stieg der Ertrag von 157 kg/ha in der Kontrolle auf 205 kg/ha (plus 30,6 %).
Die Autoren empfehlen drei Blattapplikationen einer 0,25-prozentigen Harnstofflösung, um Stickstoffernährung und Ertrag zu verbessern.
Blattdüngung mit Harnstoff: Überdosierung verbrennt das Blatt
Die in derselben Studie geprüfte Konzentration von 0,50 % brachte gegenüber 0,25 % keinen zusätzlichen Nutzen. Hohe Konzentrationen können Blattverbrennungen verursachen, und Biuret — ein Nebenprodukt, das bei der Harnstoffherstellung entstehen kann — ist für Blattgewebe toxisch. Wenn Sie spritzen, wählen Sie ein biuretarmes Produkt, das laut Etikett ausdrücklich für die Blattanwendung geeignet ist. Spritzen Sie in den kühlen Stunden (früher Morgen oder später Nachmittag), niemals bei Hitze und voller Sonne. Einzelheiten in unserem Ratgeber Blattdüngung.
Die Blattdüngung ist als Ergänzung und nicht als Ersatz der Bodendüngung zu verstehen. Der gesamte Jahresstickstoffbedarf eines Baumes lässt sich über das Blatt nicht decken.
Dosierungslogik: Von Reinstickstoff zur Düngermenge
Ein Bodenanalysebericht nennt die benötigte Menge an reinem Nährstoff, nicht an Dünger. Die Umrechnung ist einfach:
Harnstoffmenge = benötigter Reinstickstoff ÷ 0,46 (also Reinstickstoff × 2,17)
| Benötigter Reinstickstoff | Erforderlicher Harnstoff |
|---|---|
| 5 kg N | ≈ 10,9 kg |
| 10 kg N | ≈ 21,7 kg |
| 15 kg N | ≈ 32,6 kg |
| 20 kg N | ≈ 43,5 kg |
In ihrer Bekanntmachung zur Stickstoffdüngung von Haselnüssen gibt die Provinzdirektion für Landwirtschaft und Forsten Giresun an, dass bei Deckung des für die Vegetationsperiode empfohlenen Reinstickstoffs über Harnstoff 375 g in der ersten und 375 g in der zweiten Gabe — insgesamt 750 g Harnstoff je Stock ausreichen. Dieselbe Bekanntmachung nennt für Kalkammonsalpeter (KAS) 650 + 650 g in zwei Gaben.
Dosierungshinweis
Die genannten Zahlen sind allgemeine Empfehlungen aus amtlichen Veröffentlichungen. Der tatsächliche Bedarf Ihres Gartens hängt von Humusgehalt, pH-Wert, Stockdichte, Baumalter und Ertragsniveau ab. Die genaue Dosis muss anhand Ihrer eigenen Bodenanalyse festgelegt werden; wenden Sie sich vor der Ausbringung an die Provinz- bzw. Kreisdirektion für Landwirtschaft und Forsten oder an eine Agraringenieurin bzw. einen Agraringenieur. Zur Probenahme siehe unseren Ratgeber Bodenanalyse.
Harnstoff, Ammoniumsulfat und KAS im Vergleich
| Kriterium | Harnstoff (46-0-0) | Ammoniumsulfat (21-0-0) | Kalkammonsalpeter (26-0-0) |
|---|---|---|---|
| Stickstoffgehalt | 46 % | 21 % (+ ca. 24 % S) | 26 % |
| Stickstoffform | Amid (NH₂) | Ammonium (NH₄⁺) | Je zur Hälfte Ammonium und Nitrat |
| Wirkungsgeschwindigkeit | Langsam (Hydrolyse nötig) | Mittel | Schnell (Nitratanteil wirkt sofort) |
| Wirkung auf den Boden-pH | Versauernd | Stark versauernd | Neutral / leicht anhebend (kalkhaltig) |
| Verflüchtigungsverlust (NH₃) | Hoch bei Oberflächenausbringung | Gering | Sehr gering |
| Auswaschungsverlust | Mittel (steigt mit der Nitratbildung) | Gering | Hoch (Nitratanteil) |
| Kosten je Einheit N | Am niedrigsten | Hoch | Mittel |
| Transportaufwand | Am geringsten | Am höchsten | Mittel |
| Wann bevorzugen | Überall dort, wo eingearbeitet oder vor Regen ausgebracht werden kann | Bei Schwefelmangel und hohem Boden-pH | Auf sauren Böden und wenn schnelle Wirkung nötig ist |
Da die meisten Haselnussböden am Schwarzen Meer sauer sind, stellen amtliche Veröffentlichungen häufig KAS in den Vordergrund. In der Praxis dominiert dagegen Harnstoff — dank seiner Kosten je Einheit Stickstoff und der einfachen Handhabung. Die richtige Antwort ist keines der beiden Produkte pauschal, sondern der pH-Wert Ihrer Bodenanalyse: In einem Garten, dessen pH bereits unter 5,5 gefallen ist, vertieft der dauerhafte Einsatz von Harnstoff und Ammoniumsulfat die Versauerung. Ausführliche Vergleiche in unseren Ratgebern Ammoniumsulfat 21-0-0 und Kalkammonsalpeter 26-0-0.
Häufige Fehler
- Den Dünger auf der Oberfläche liegen lassen. Der teuerste Fehler überhaupt. An einem heißen Tag über die Laubschicht gestreuter Harnstoff verliert den Großteil seines Stickstoffs an die Luft.
- Ohne Entfernen der Laub- und Krautschicht streuen. Diese Schicht ist zugleich Ureasequelle und Barriere für den Bodenkontakt.
- Den gesamten Jahresstickstoff auf einmal geben. Die Teilung verringert Verluste und Salzrisiko.
- Nach Juli noch Stickstoff geben. Die Triebe verholzen nicht, Frost- und Mehltaurisiko steigen.
- Gleichzeitig mit Kalk ausbringen. Das hebt den Oberflächen-pH und erhöht den Ammoniakverlust — mindestens einen Monat Abstand lassen.
- Dünger am Stamm aufhäufen. Die aufnehmenden Wurzeln liegen unter dem Kronenrand; konzentrierter Dünger am Stamm verursacht Wurzelverbrennungen.
- Glauben, mehr Stickstoff bedeute mehr Ertrag. Stickstoffüberschuss bedeutet übermäßigen Trieb, Beschattung, weiches Gewebe, Krankheitsanfälligkeit und schlechte Kernqualität.
- Phosphor und Kalium vergessen. Harnstoff liefert ausschließlich Stickstoff. Für Phosphor siehe Harnstoffphosphat 18-44-0 oder DAP 18-46-0, für Kalium siehe Kaliumsulfat 0-0-51.
Lagerung
Harnstoff ist stark hygroskopisch — er zieht Feuchtigkeit aus der Luft und verklumpt. Lassen Sie keinen Sack offen stehen; lagern Sie ihn trocken, kühl und ohne direkte Sonneneinstrahlung, mit Abstand zum Boden auf einer Palette und ohne zu hohe Stapelung.
Zusammenfassung
- Mit 46 % N ist Harnstoff der konzentrierteste Stickstoffdünger und je Einheit Stickstoff der günstigste.
- Sein Stickstoff liegt in Amidform vor; die Bodenurease wandelt ihn erst in Ammonium, dann in Nitrat um.
- Sein größtes Risiko ist die Ammoniakverflüchtigung: auf heißer, trockener, windiger und mit Pflanzenresten bedeckter Oberfläche können die Verluste sehr hoch ausfallen.
- Die Lösung ist einfach und kostenlos: 5–10 cm tief einarbeiten oder vor Regen bzw. Bewässerung ausbringen.
- Die Ausbringung wird geteilt: Ende Februar/Anfang März und Ende Mai/Anfang Juni.
- In das 30–40 cm breite Band der Traufzone streuen; am Hang seitlich des Stocks stärker gewichten.
- Die in der Forschung geprüfte Blattkonzentration liegt bei 0,25 % — höhere Werte bergen Verbrennungsrisiko.
- Die Dosis stets nach der Bodenanalyse festlegen und die zuständige Landwirtschaftsdirektion einbeziehen.
Den vollständigen Jahreskalender finden Sie im Haselnuss-Düngungsprogramm, die Schritte zur Probenahme im Ratgeber Bodenanalyse.
📚 Ministerium für Landwirtschaft und Forsten, Provinzdirektion Giresun 📚 Haselnuss-Forschungsinstitut - Haselnuss-Anbautechnik 📚 Özkutlu et al. - Blattdüngung mit Harnstoff bei Haselnüssen (DergiPark) 📚 Manitoba Agriculture - Verflüchtigungsverluste bei oberflächlich ausgebrachtem Stickstoff 📚 Tarfin - Harnstoffdünger📚Quellen
- Republik Türkei, Ministerium für Landwirtschaft und Forsten, Provinzdirektion Giresun - Zu beachtende Punkte bei der Stickstoffdüngung von Haselnüssen
- Republik Türkei, Ministerium für Landwirtschaft und Forsten, Haselnuss-Forschungsinstitut - Haselnuss-Anbautechnik
- Özkutlu F., Kebapcı T., Aydemir Ö.E. - Wirkung der Blattdüngung mit Harnstoff auf Nährelemente und Ertrag bei Haselnüssen (Zeitschrift für Wissenschaft und Technologie der Universität Ordu, 2020)
- Manitoba Agriculture - Verflüchtigungsverluste bei oberflächlich ausgebrachtem Stickstoff
- Tarfin - Alles über Harnstoffdünger
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